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Schadenfreiheitsklasse

Was ist eine Schadenfreiheitsklasse?

KfZ Versicherung / Autoversicherung / PKW Versicherung / Direct LineDie Schadenfreiheitsklasse, verkürzt SF-Klasse oder einfach nur SF, gibt die unfallfreien Jahre in der Kfz-Haftpflicht- bzw. Vollkaskoversicherung an. Dabei gilt: Je höher die Schadenfreiheitsklasse, also je mehr unfallfreie Jahre, desto geringer ist der Versicherungsbeitrag.

Das System der Schadenfreiheitsklassen ist somit ein Anreiz, vorsichtig zu fahren und Unfälle zu vermeiden. Gleichzeitig ist es gerechter, da Autofahrer, die viele Unfälle verursachen, entsprechend höhere Versicherungsbeiträge zahlen müssen als solche, die schon seit vielen Jahre unfallfrei fahren.

Die Schadenfreiheitsklassen werden von allen Kfz-Versicherungen zur Beitragsgestaltung eingesetzt und können bei einem Versicherungswechsel problemlos übernommen werden.

Zuordnung von Schadenfreiheitsklasse zum Beitragssatz

Jeder Schadenfreiheitsklasse ist ein prozentualer Beitragssatz zugeordnet, wobei der Beitragssatz in der SF-Klasse 1 die Bezugsgröße (100 %) darstellt. Fahranfänger beginnen in der Regel mit SF-Klasse 0 bzw. ½, sofern sie nicht einen Versicherungsvertrag eines Verwandten ersten Grades übernehmen können.

Das Prinzip ist nun folgendes: Wird in einem Jahr kein Unfall verursacht, verbessert (erhöht) sich die Schadenfreiheitsklasse zum 1. Januar des nächsten Jahres um einen Zähler. Wird hingegen ein Schaden gemeldet, wird man entsprechend der Rückstufungstabelle in seiner Schadenfreiheitsklasse zurückgestuft und muss ab 1. Januar einen höheren Beitrag bezahlen.

Die Zuordnung von SF-Klasse zu prozentualem Beitragssatz und auch die Art und Weise der Rückstufung ist nicht einheitlich geregelt und daher bei jeder Versicherung etwas anders. Die Tabellen, die das versicherungsinterne System des Schadenfreiheitsrabatts genau regeln, findet jeder Versicherte in seinen Unterlagen mit den Versicherungsbedingungen.

Nicht jedes unfallfreie Jahr sorgt für einen niedrigeren Beitrag

Wer in einem Jahr unfallfrei fährt, kann nicht automatisch mit einem niedrigeren Beitrag zum nächsten Jahresbeginn rechnen. Der Beitragssatz ändert sich nicht mit jedem unfallfreien Jahr, sondern erst nach Erreichen einer bestimmten SF-Klasse. Es kann somit ein paar Jahre dauern, bis man mit einem niedrigeren Beitragssatz belohnt wird.

In der Regel erhält man in Bereichen niedriger SF-Klassen schneller einen niedrigeren Beitragssatz als in den hohen Schadenfreiheitsklassen, in denen der Beitragssatz ohnehin schon sehr niedrig ist. Es gibt auch eine obere und eine untere Grenze – der Beitragssatz kann somit nicht auf null schrumpfen, kann aber auch nicht unendlich hoch werden.

Bei vielen Versicherungen kann man sich z. B. mit der SF-Klasse 25 und einem Beitragssatz von 30 % nicht weiter verbessern. Auch kann man von der schlechtesten SF-Klasse M mit ca. 245 % Beitragssatz (in der Haftpflicht) nicht noch höher eingestuft werden.

Wie ändert sich die SF-Klasse nach einem Schaden?

Während man für ein unfallfreies Jahr mit einer um einen Zähler besseren SF-Klasse belohnt wird, erfolgt die Zurückstufung in größeren Schritten und ist auch abhängig davon, wie viele Unfälle in einem Jahr gemeldet wurden. Je öfter es gekracht hat, desto deutlicher fällt die Rückstufung im System der SF-Klassen aus.

Ein Zahlenbeispiel einer beliebig ausgewählten Versicherung: Ein Autofahrer befindet sich mit seiner Haftpflichtversicherung in SF-Klasse 15 (40 %). Verursacht er nun einen Schaden, wird er zum 1. Januar in SF-Klasse 6 (55 %) zurückgestuft. Bei zwei Schäden in dem gleichen Jahr erfolgt die Rückstufung in SF 2 (85 %). Um nun wieder in die alte SF-Klasse 15 zurückzukehren, muss er erst einmal wieder 13 Jahre unfallfrei fahren.

Wenn der neue Versicherungsbeitrag sehr hoch, der eigentliche Schaden aber eher gering ist, kann es sich auch lohnen, die Möglichkeit des Schadenrückkaufs in Anspruch zu nehmen. Man zahlt dann der Versicherung den Schaden zurück, behält aber seine Schadenfreiheitsklasse.

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